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Unsere Schwerpunkte






Das Projekt Philosophieren
Philosophische Texte der Schüler









> 1. Basisinformation
> 2. Thomas Wunder: Über das Glück
> 3. N.N.: Über Moral und Bewusstsein
> 4. Johannes Holthausen: Über Freiheit
> 5. Kai Fünfstück: Über Glauben
> 6. Lonnie Rupprich: Über den Ausgleich
> 7. Lars Vornhagen: Über Moral und Gewissen

1. Basisinformation zum Projekt "Philosophieren"
Das Projekt Philosophieren hatte zum Ziel, den Schülern ...
... die Philosophie und das Philosophieren näherzubringen.

Dirk BöhmerDies wurde auf die Weise versucht, dass die Schüler ein eigenes, freies philosophisches Thema wählen konnten, zu dem sie eigene Reflexionen anfertigten und diese niederschrieben. Diese Niederschriften wurden im Verlauf des Projektes einander vorgestellt und zur Diskussion gestellt, woraufhin Änderungen und Verbesserungen an den Texten zu deren Überarbeitung durch die Schüler führten.

Herausgekommen sind dabei Texte, die gegen Ende der Projektwoche am Präsentationstag der Öffentlichkeit vorgetragen wurden. Es handelt sich um vollständig eigenständige Texte der Schüler, so dass die einzige Regel des Projektes - um es mit den Worten des französischen Philosophen Lyotard zu sagen - nur diejenige war, "die eigene Regel zu finden". Die Texte stehen also für sich.

Auch wenn die Projektwoche bereits wenige Monate zurückliegt, so sind die im Projekt "Philosophieren" entstandenen Texte, nach Auffassung des Projektleiters, doch so lobenswert, dass sie nun auf der Homepage unserer Schule veröffentlicht werden.

Die Texte sind im Folgenden nach den Namen ihrer Verfasser gruppiert.

Gez.: Dirk Böhmer
2. Thomas Wunder: Über das Glück
In dem nachfolgenden Text werden wir uns mit dem abstrakten Begriff des Glückes auseinandersetzen. Abstrakt deshalb, weil jeder Mensch etwas anderes darunter versteht.

Der Hungernde, dem ein Stück Brot gereicht wird, ist auf eine andere Art glücklich als der Sportler, der einen Wettkampf gewinnt oder der glücklich Verliebte. Glück ist etwas sehr Persönliches, das von jedem Menschen subjektiv empfunden wird. Es gibt die unterschiedlichsten Formen und manchmal sind wir auf sehr abstrakte Art glücklich: zum Beispiel wenn der Sohn das Abitur geschafft oder die eigene Fußballmannschaft gewonnen hat. Dies macht eine Aufarbeitung des Themas sehr kompliziert, weswegen wir uns auf eine Definition des Begriffes „glücklich“ einigen müssen.

Um diese Definition zu erlangen müssen wir zuerst Fragen stellen: Wann sind wir glücklich? Haben wir Hunger, so genügt ein Stück Brot, um dieses Gefühl zu erzeugen. Wurde man allerdings gerade entlassen, ist aber gesättigt, so ist eine Scheibe Brot bedeutungslos und man wäre unglücklich. Die Frage, was uns Glück bringt, hängt also von unserer Situation ab.

Gehen wir einen Schritt weiter. Wir sind uns einig, dass je nach Situation andere Dinge die Kraft haben uns glücklich zu machen. Die je nach Situation verschiedenen Dinge können wir uns vorstellen, betrachten wir also die Situationen. Warum macht das Brot den Hungernden glücklich? Die Antwort ist so simpel wie fundamental: Er hat Hunger. Diese Antwort zu kennen ist keine große Kunst, die Leistung besteht darin, zu erkennen, was sie bedeutet. Anhand dieses simplen Beispieles haben wir nämlich eine allgemeingültige Regel erkannt. Die Gegenprobe, warum ein satter aber beruflich unerfolgreicher Mensch durch dieses Brot nicht glücklich wird, liefert den Beweis, denn: Er hat keinen Hunger.

ThomasGlück ist das Befriedigen unserer Bedürfnisse. Aus unseren Bedürfnissen entstehen unsere Wünsche, welche häufig auch sehr abstrakt sein können. Unserem Bedürfnis nach Gerechtigkeit kann zum Beispiel der Wunsch entspringen, dass kein Mensch hungern muss. Unabhängig davon gilt immer, dass das Erfüllen unserer Wünsche Glück erzeugt. Diese Wahrheit lässt sich auf alle Formen des Glückes anwenden und erklärt deren Subjektivität. Haben wir andere Bedürfnisse, so benötigen wir andere Dinge um glücklich zu sein. Sind wir einsam, so wären wir über einen Partner glücklich, bei Krankheit wäre Gesundheit unser Glück.

Wir haben häufig auch mehrere verschiedene Bedürfnisse, aber alle folgen dem gleichen Muster. Am Anfang haben wir ein Bedürfnis, aus dem ein Wunsch entsteht, darauf folgt das Befriedigen des Bedürfnisses und damit das Erfüllen des Wunsches und schließlich das Glück. Diese Wahrheit zu erkennen, ist der erste Schritt in das Verstehen dieses Themas. Nun, da wir uns einig sind was Glück bedeutet, stellen wir die alte Frage: Wie werde ich glücklich?

Zu dieser Frage gibt es tausende Antworten und keine ist befriedigend. Wir aber wollen eine allgemeingültige, wahre Antwort erhalten. Um sie zu erlangen, sollten wir uns zunächst den von uns erkannten Mechanismus des Glückes ansehen. Verlangen - Erfüllung des Verlangens - Glück.


...Glück ist das Befriedigen unserer Bedürfnisse...Mechanismus des Glückes...Die "Superreichen" versuchen die Problematik unbewusst in gegenteiliger Weise zu lösen...Unsere Triebe und Instinkte sind fest in uns verwurzelt...Natürlich ist das morgendliche Aufraffen zu Schule oder Arbeit mühsam...Durch die Moral können wir dieses ausgeglichene Leben führen.

Die Buddhisten lehren, dass das völlige Befreien von Verlangen der Weg zum vollkommenen Glück sei, und in Hinblick auf unseren Mechanismus könnten wir dem zustimmen. Aber stellt sich nicht die Frage, ob es überhaupt praktisch möglich ist ohne jedes Verlangen zu leben? Unsere Instinkte, die Schlaf, Nahrung oder Fortpflanzung fordern, werden wir niemals ablegen können. Es sei dahingestellt ob dies den buddhistischen Mönchen gelingt, für uns ist es aber sicher keine echte Lösung. Die "Superreichen" versuchen die Problematik unbewusst in gegenteiliger Weise zu lösen, indem sie nämlich alle denkbaren Bedürfnisse durch ihr Geld befriedigen. Doch sind die Reichen oftmals auch die unglücklichsten. Woran liegt das? Ist unser Mechanismus falsch?

Nein, er muss nur um eine Erkenntnis erweitert werden. Tief in uns haben wir den Wunsch nach Wünschen, das Bedürfnis nach Bedürfnissen. Das mag verwirrend klingen, aber ein Mensch ohne Ziele ist nicht glücklich, gleichgültig ob er keine Ziele mehr hat, weil er bereits alle erreicht hat oder weil er ohne Ansprüche lebt. Aus diesem Wissen entsteht eine schmerzhafte Erkenntnis: Völliges Glück ist nicht möglich, denn ein gewisses Maß an noch unbefriedigten Wünschen brauchen wir. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass der Zustand, den wir anstreben müssen, der Zustand des größtmöglichen Glückes ist, doch muss uns bewusst sein, dass das totale Glück nicht möglich ist. Wir müssen auf der einen Seite genug Bedürfnisse erfüllen um glücklich zu sein, auf der anderen Seite aber genug Bedürfnisse erhalten um nicht ziellos und frustriert zu werden. Dieses Gleichgewicht zu finden ist die wahre Schwierigkeit auf dem Weg zu einem glücklichen Leben.

Um hierbei etwas Hilfe zu erlangen, sollten wir uns auf bekannte Wahrheiten berufen. Unsere Triebe und Instinkte sind fest in uns verwurzelt und wir sind nicht in der Lage sie abzulegen. Widmen wir aber unser ganzes Leben ausschließlich unseren Instinkten, so sind wir wenig mehr als Tiere und sicher nicht glücklich. Aus diesem Grund gibt uns die Moral in etwa die Grenzen vor, in denen wir unseren Trieben erlauben können unser Handeln zu beherrschen. Einigen wir uns also darauf, dass ein gewisses Maß an Moral notwendig ist um glücklich zu sein. Des Weiteren hat jeder Mensch, wenn auch in unterschiedlichem Maße, das Bedürfnis nach Erfolg und Ansehen. Diese Bedürfnisse sind nichts Negatives und uns anzustrengen, um sie zum Teil zu befriedigen, ist der Weg in dieser Hinsicht glücklich zu werden. Glück hat viele Ebenen und das Streben danach ist ein natürlicher Vorgang, dem wir uns widmen. Möchte ich einen gesunden Körper so werde ich dann glücklich, wenn ich mich diesem Ziel widme. Ehrgeiz ist hierbei ebenso wichtig wie beruflicher Erfolg.

Durch unsere Überlegungen haben wir erkannt, dass Moral und Ehrgeiz entscheidend sind, wollen wir den Zustand des größtmöglichen Glückes erreichen. Selbstverständlich müssen wir diese beiden Tugenden in Maßen üben, um nicht von unserem Ehrgeiz verzehrt oder unserer Moral angekettet zu werden, aber diese Eigenschaften sind nichtsdestotrotz notwendig. Es geht darum, das Gleichgewicht zu finden: zwischen Moral und Instinkt, zwischen Ehrgeiz und Spaß. Wenn es uns gelingt dieses Gleichgewicht zu erlangen, haben wir den Zustand des größtmöglichen Glücks erreicht.

Was bedeutet das für unser Leben? Haben wir diese Wahrheit erkannt, ist es nur noch eine logische Schlussfolgerung, was folgen muss? Natürlich ist das morgendliche Aufraffen zu Schule oder Arbeit mühsam, doch an dieser Stelle muss der Ehrgeiz maßvoll helfen, denn letztlich werden wir nach der erledigten Arbeit glücklicher sein, als wenn wir uns entschieden hätten im Bett zu bleiben. Der Ehrgeiz hilft uns kleine Unglücke in Kauf zu nehmen, um letzten Endes großes Glück zu erlangen. Natürlich mag es als auf den ersten blick als zu moralisch erscheinen, wenn man das Befriedigen der Instinkte wie Essen oder Fortpflanzung nur in Grenzen betreibt wie der Monogamie und dem maßvollen Speisen. Doch führt dieses Leben des gesunden Mittelwegs letztlich zu einem glücklicheren Dasein als ein Leben in Völlerei und Zügellosigkeit. Durch die Moral können wir dieses ausgeglichene Leben führen.

Durch unsere Überlegungen haben wir entscheidende Wahrheiten erkannt und uns mit deren Hilfe klar gemacht, welcher Weg zu dem größtmöglichen Glück führt. Wenn wir diese Wahrheiten nun konsequent in unserem Leben befolgen, haben wir unser Ziel erreicht.

All diese Erkenntnis hilft uns nur, wenn wir sie in unseren Alltag einfließen lassen und zulassen, dass sie uns auf unserer ewigen Suche nach dem Glück hilft.
3.N.N.: Über Moral und Bewusstsein

N.N. und Lars Vornhagen
(Beim Verfassen eigener Texte)

In welchem Verhältnis stehen Moral und Bewusstsein zueinander?

Zuerst mal müssen wir klären, wie Bewusstsein und Moral zu definieren sind. Bewusstsein ist Sein, d.h. wir können uns mit uns identifizieren und sind desweiteren fähig, rational bzw. emotional zu denken und zu handeln. Moral ist demgegenüber schwieriger zu verdeutlichen, da es keine allgemein gültige Definition von Moral gibt, aber im Groben festzuhalten ist, dass Moral allgemeine Werte vermittelt bzw. als Wertevorstellung jedes einzelnen Menschen zu verstehen ist und sich von Mensch zu Mensch unterscheiden kann und im Prinzip auch tut.

Grundsätzlich gilt, dass das menschliche Bewusstsein sich von der Geburt an bis ans Lebensende entwickelt und wird während des langen Entwicklungsprozesses ständig von äußeren Einflüssen sowie von inneren Disputen verändert. Ein gezieltes Beeinflussen findet schon in der frühen Kindheit sowie in sämtlichen Bildungseinrichtungen statt, in denen versucht wird, den Menschen vorherrschende Moralvorstellungen einzuprägen. Man geht davon aus, dass ein Mensch nicht in der Lage dazu ist sich komplett unabhängig von der Außenwelt zu entwickeln. Der Mensch ist also aufgrund seines Bewusstseins, welches ihn beispielsweise vom Tier unterscheidet und welches auch Instinkte und angeborene Verhaltensweisen ersetzt, auf Einflüsse angewiesen.

Keine allgemein gültige Definition von Moral...von äußeren Einflüssen sowie von inneren Disputen verändert...ein Tier wägt nicht ab...denn man darf das soziale Umfeld nicht vergessen...und eine solche Verantwortung prägen das Bewusstsein und die moralischen Fähigkeiten und stellen einen hohen Bildungsstatus schnell mal in den Schatten
.

N.N.
(Vortrag)


Wir könnten nun behaupten, dass dieses Lern- und Entwicklungsverhalten auf unser Herdenverhalten abgestimmt ist und es uns geholfen hat zu überleben.Wenn wir das so hinnehmen, erkennen wir, dass diese These durchaus richtig ist, denn die Wertevorstellungen der Menschen haben sich in den Jahrtausenden menschlichen Seins verändert und auch heute erlebt man, wie sich Moralvorstellungen wandeln.

Aber genug davon, denn nun gilt es zu klären, wie Moral und Bewusstsein zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen. Dazu führen wir erst mal zwei Beispiele an: Ein Tier, welches nicht zu rationalem Denken fähig ist, ist nicht in der Lage, in irgendeiner Weise moralisch zu handeln, sondern immer frei nach Instinkt. Das bedeutet, ein Tier wägt nicht ab, ob es z.B. vertretbar ist, Schwache zu Gunsten des Rudels zurückzulassen. Schon bei den Menschenaffen, welche ein durchaus größeres Bewusstsein haben als z.B. ein Wolf, erkennen wir sichtbare Unterschiede im Verhalten diesbezüglich.

Beim Menschen dann erkennen wir deutliche Unterschiede, ja der Mensch wägt sogar die einzelnen Aspekte ab und hat dann mit seinen Werten zu kämpfen, sollte er sich nicht seinen Moralvorstellungen gemäß entscheiden. Man kann also sagen, je größer das Bewusstsein bzw. die Fähigkeit, rational zu denken, desto größer der Einfluss der übermittelten Werte und in gewissen Fällen hindern diese Werte daran, Dinge zu tun, die wir mit unserer Moral nicht vereinen können, so etwas ist bei einem Tier nicht zu beobachten.

Um beim Beispiel Mensch zu bleiben, schauen wir uns einmal die Unterschiede des Bewusstseins der einzelnen Menschen an. Wenn wir jetzt voraussetzen, dass das Bewusstsein auch über die Bildung und das soziale Umfeld geprägt werden, lassen sich auch hier leichte Unterschiede feststellen, so kann z.B. der Studierte ein weitaus besser entwickeltes Bewusstsein und daher auch besseres moralisches Urteilsvermögen haben als jemand, der keinen Zugang zu Bildung hatte und sich auch mehr alleine durch das Leben schlagen musste.

Aber hier muss man aufpassen, denn nicht jeder Ungebildete ist gleichzeitig unfähig, gute moralische Urteile zu treffen bzw. ein gutes Bewusstsein zu bilden, denn man darf das soziale Umfeld nicht vergessen. Dieses spielt durchaus eine wichtige Rolle, wobei wir uns zur Verdeutlichung nochmal ein Beispiel heranziehen wollen. Das Kind, welches in einem Dorf in Afrika aufwächst, fernab von westlichen Bildungsstandards, hat nämlich unter Umständen die Gelegenheit, weitaus bessere moralische Urteile treffen zu können, da es seit früher Kindheit darauf angewiesen ist, mit anderen auszukommen und seinen Teil dazu beizutragen.

Eine solches Gemeinschaftsgefühl und eine solche Verantwortung prägen das Bewusstsein und die moralischen Fähigkeiten und stellen einen hohen Bildungsstatus schnell mal in den Schatten.

4. Johannes Holthausen: Über Freiheit
„Wenn man frei ist, kann man alles tun.“ Zumindest wird das meistens behauptet, wenn man von Freiheit redet. Aber sollte man das nicht einmal in Frage stellen?

Nun, man fragt also: „Ist man wirklich frei?“ Wenn man nachdenkt, fällt die Antwort nicht mehr so leicht. Allein deshalb schon, da man vorerst die Freiheit definieren sollte, da sonst unklar ist, ab welchem Zustand man frei ist. Also fragt man: „Was ist Freiheit? Wann ist man frei?“ Auch hier fällt die Antwort nicht leicht.

auch wenn man dort uneingeschränkter als anderswo zu sein mag, so ist man doch auch „gefesselt“...Ein Mensch leidet unter Einschränkungen, die sich nicht nur durch Gesetze ausdrücken...aber die meisten Menschen würden nicht töten...Man sieht, bisher wurde nichts gefunden, was frei ist...Denken und Vorstellen, der Gedanke und die Vorstellung ist ein Unterschied

Man sagt häufig, in Deutschland ist man frei. Aber auch wenn man dort uneingeschränkter als anderswo zu sein mag, so ist man doch auch „gefesselt“. Man ist nicht so frei überall hinzugehen, da manche Gebiete und Bereiche nicht für jeden zugänglich sind. Man kann auch nicht alles kaufen und besitzen, wenn man nicht genug Geld hat oder ähnlichen Wert besitzt, der den Kauf und Besitz des erwünschten Gegenstandes ermöglicht. Aber führt man ein noch banaleres Beispiel an, das da besagt, so frei zu sein sich in ein Tier, Gegenstand oder Anderes zu wandeln, dann wird klar: Man ist nicht frei alles zu tun. Ein Mensch leidet unter Einschränkungen, die sich nicht nur durch Gesetze ausdrücken. Würde man in einer Anarchie leben, scheint erst einmal alles „freier“ als zuvor. Aber selbst in einer solchen ist man nicht frei, da man schließlich nicht alles tun kann. Zwar gibt es keine Gesetze, die von einer staatlichen Macht ausgehen, jedoch herrschen stets die Gesetze der Natur, durch die der Mensch noch immer eingeschränkt ist, also ist er nicht frei, auch nicht in einer Anarchie.

Wann ist der Mensch also wirklich frei? Die Vermutung liegt nahe, dass man mit diesem Wissen nun sagt, es gibt keinen freien Menschen. Also was ist dann frei? Ein auf der Erde lebendes Wesen kann nicht frei sein, es sei denn, es ist weder an gesellschaftliche, die da Normen wie Bräuche, Rituale oder Anderes für die Gesellschaft Tägliches oder Normales sind, noch an physikalische bzw. natürliche Gesetze, die da die Schwerkraft und Andere sind, gebunden, was nur etwas Übermenschliches sein kann, wenn nicht Göttliches.

Aber man muss auch die sich selbst gesetzten Grenzen und Einschränkungen beachten. Nehmen wir an, man ist also frei von staatlichen und natürlichen Gesetzen, man kann töten ohne Strafe und durch die Luft fliegen ohne zu fallen. Würde man dann fliegen? Warum nicht, es ist schon lange ein Traum der Menschen zu fliegen, und das ohne zusätzliche Kraft. Aber würde man töten? Nur die allerwenigsten unter uns würden wohl die Freiheit zu töten in Anspruch nehmen, diejenigen, die keine Moralvorstellungen haben, also ohne Moral sind, oder bestimmte psychische Defekte aufweisen, Gestörte oder einfach Wahnsinnige. Aber die meisten Menschen würden nicht töten. Also hat man erneut Grenzen und Einschränkungen, seien sie auch von sich selbst aus gestellt und nicht durch eine andere Macht, die außerhalb des eigenen Denkens oder der Vernunft gegeben ist. Also müsste man kein Denken besitzen, wenn man frei sein will, da sonst gewisse Gedankengänge folgen, die einen einschränken, wie z.B. die Abneigung gegenüber dem Töten uns einschränken mag, da man dies als unmoralisch oder ähnliches empfindet und somit unter allen Umständen das Töten verhindern möchte.

Nun hat man wieder eine Einschränkung, auch wenn sie vom eigenen Denken kommt. Um frei zu sein, darf man also keine Gedanken haben. Wenn man aber nicht denkt, bleiben immer noch die Instinkte und das Verlangen. Hunger. Durst. Befriedigung des Glücks oder der Lust und dem Verlangen nach Liebe, Zuneigung und Sex. Also hat man selbst ohne Gedanken keine Freiheit, alles zu tun, da manches getan werden muss, da man sonst stirbt. Wäre nun ein Göttliches an der Stelle und würde nicht denken und hätte kein Verlangen, ist dieses dann frei? Nein, da es nicht frei ist zu denken.
Man sieht, bisher wurde nichts gefunden, was frei ist.


Aber es gibt eine Redewendung: „Die Gedanken sind frei.“

Sind sie das wirklich? Sind die Gedanken frei? Die Gedanken verlangen nichts und sind nicht gebunden. Sie können überall sein und können durch kein einziges Gesetz eingeschränkt sein. Man kann die unmöglichsten, unmenschlichsten und schlimmsten Dinge denken, auch jedoch die schönsten, wunderbarsten und besten Dinge. Man kann alles denken. Man kann sich manches vorstellen, aber nicht alles, wie z.B. die Unendlichkeit. Man kann es versuchen, es wird jedoch nicht gelingen. Aber man kann von der Unendlichkeit denken. Denken und Vorstellen, der Gedanke und die Vorstellung ist ein Unterschied. Man kann alles denken, sich jedoch nicht alles vorstellen. Und da man denken kann, dass die Gedanken auch Gestalt jeder Art haben, ist auch dieser Punkt gegeben, sodass die Gedanken wahrlich frei sind.
5. Kai Fünfstück: Über Glauben
Das Licht oder das Tappen im Dunkeln

KaiDer Glaube an einen Gott ist für viele Menschen ein großer Bestanteil ihres Lebens. Für Andere dagegen gibt es ihn nicht. Doch wer hat Recht? Gibt es überhaupt einen Gott und wenn ja, wo? Viele Menschen und auch ich stellen sich diese Frage und eigentlich wird uns diese schon sehr schnell beantwortet: Der Glaube heißt nicht umsonst Glaube! Denn dies ist nichts anderes, als eine innere Sicherheit, die keinen Beweis bedarf. Doch warum sollen wir glauben und nicht wissen? Jeder hat seine eigene Vorstellung, für jeden ist Gott anders, darum gibt es auch verschiedene Religionen. Auch der Himmel ist nichts anderes als unsere Gedanken, in denen wir tun und lassen können was wir wollen.

Der Glaube aber soll Frieden bringen und dennoch entstehen Kriege durch ihn. Aber warum diese Kriege, obwohl die Bibel und andere Schriften den Frieden predigen? Kann der Einfluss Gottes so einprägsam und bestimmend sein, dass wir ihn nicht anzweifeln? Liegt es daran, wer den Menschen diesen Glauben predigt? In der Vergangenheit sind den Bauern und anderen niedrigen Ständen, die keine Chance auf Bildung und politische Einflüsse hatten, von Gläubigen Geschichten und andere Dinge erzählt worden, die sie ohne weiteres glauben mussten. Sie hatten keine Wahl. Sie waren vielleicht nur die Mittel zum Zweck, um auf andere Reiche und Völker Hass auszuüben, damit dort dann ihr Denken und ihre Religion verbreitet werden konnte. Liegt dies an dem Bestreben nach Macht und Einfluss? Denn möglicherweise sind es nur die Führer solcher Nationen, die aus machtpolitischen Gründen versuchen ihre Religion zu verbreiten.

Denn dies ist nichts anderes, als eine innere Sicherheit, die keinen Beweis bedarf...Kann der Einfluss Gottes so einprägsam und bestimmend sein, dass wir ihn nicht anzweifeln?...jedoch allein die Vorstellung an einen Gott kann befreiend sein...Dies ist der wichtigste Punkt, denn der Glaube ist eine Frage der Interpretation.

Vergleicht man die heutigen Kirchenbesuche mit denen aus der damaligen Zeit, so stellt man fest, dass die Bedeutung der Kirche abgenommen hat. Heutzutage ist der Mensch in seinem Denken soweit vorangeschritten, dass er nicht mehr glauben will, sondern wissen will. Bekanntlich ist Wissen Macht. Warum aber will der Mensch alles wissen; vielleicht um sich alles zu erklären. Ist es jedoch gut in unendlichem Wissen zu leben?

Aber welcher Glaube nun der richtige ist, ist jedem selbst überlassen, jedoch allein die Vorstellung an einen Gott kann befreiend sein. Denn wir Menschen, die so geprägt sind durch Lügen und andere negative Einflüsse, setzen in einen Gott die Hoffnung, die wir brauchen. Doch gibt Gott uns die Hoffnung, oder allein die Vorstellung in Hoffnung zu leben? Sind wir so beeinflusst, dass wir nur glauben was wir sehen; aber Gott können wir nicht sehen. Trotzdem ist er so prägnant für das Leben von einigen. Von wem aber stammen diese Überzeugungen? Ist es um den grässlichen Alltag zu überstehen, die Lügen zu überwinden oder um verschlossene Türen zu öffnen?

Oder aber es liegt an den Geschichten und Erzählungen aus der Bibel? Doch wenn es solche „Helden“ schon früher gab, wo sind diese heute, stehen sie direkt vor uns und wir erkennen sie nicht? Können wir überhaupt die Erzählungen der Bibel glauben? Und wieder taucht das Wort „glauben“ auf. Dies ist der wichtigste Punkt, denn der Glaube ist eine Frage der Interpretation.

Aus dem Grund sind so viele Religionen entstanden. Zudem ist jeder einzigartig, in seinem Handeln als auch in seinem Denken.

Leider gibt es immer wieder Menschen, die ihre Missetaten auf den Willen Gottes berufen. Doch wie ist „Gottes Wille“ definierbar? Gottes Wille ist undefinierbar, denn versucht der Mensch zu begreifen, begreift er nur, dass er versucht zu begreifen.
6. Lonnie Rupprich: Über den Ausgleich

Schwarz! Weiß! Grau?

Was ist Gerechtigkeit? Ein armer Mann auf einer Straße und eine reiche Frau im 400.000€ Hotel! Gibt es auf der Welt überhaupt Gerechtigkeit? Doch ich schätze, in dem Wort "Gerechtigkeit" steckt das Wort "Ausgleich"! Die Gerechtigkeit schafft einen Ausgleich zwischen Gut und Böse! Arm und Reich! Denn, gäbe es kein „Böse“, wie sollte es dann ein „Gut“ geben? Wie könnte man das Wort „gut“ definieren, wenn es keinen Vergleich gibt? Wenn der Vergleich nicht existent ist? Und es gäbe keine armen Leute, wenn es keine Reichen gäbe! Wie schwarz und weiß! Wenn es kein Schwarz gibt, so gibt es kein Weiß, das es ausgleichen würde! Die interessante Frage stellt sich doch: gäbe es dann auch ein Grau? Gäbe es einen Mittelteil, wenn kein Gut und Böse, kein Schwarz und Weiß existiert! Das ist unvorstellbar!

Doch ich schätze, in dem Wort "Gerechtigkeit" steckt das Wort "Ausgleich"!...Aber wenn es kein Sitzen gäbe, gäbe es dann überhaupt ein Stehen?...Hinter diesen Worten stehen die Bedeutungen!...Hängt alles davon ab, die Idee von einem Ausgleich zu verstehen?...Alles ist richtig! Alles ist falsch!

Warum sollte sich der Mensch überhaupt damit beschäftigen? Es ist doch viel bequemer nicht daran zu denken! Und wenn, wie würde sich der Mensch dann verhalten? Würde er den ganzen Tag dasitzen? Aber wenn es kein Sitzen gäbe, gäbe es dann überhaupt ein Stehen? Denn vergleicht man das doch mit dem Schwarz und Weiß! Gäbe es "Sitzen" nicht, würden unsere Muskeln überfordert! Gäbe es kein Stehen, würde der Mensch die Beinmuskeln nicht mehr haben! Warum kommt er überhaupt auf den Gedanken des Sitzens und des Stehens? Er könnte auch nur kriechen! Warum macht er das nicht nur? Er macht es einfach, für die Muskeln zum Anstrengen, zum Ruhen! Hier ist wieder der Ausgleich!

Aber sind das alles nicht nur Worte? Nein! Hinter diesen Worten stehen die Bedeutungen! Diese sind die richtigen Worte! Die Worte sind nur dafür da, damit sich der Mensch verständigen kann, damit er die Situation begreifen kann! Aber was ist jetzt mit "Grau"? Kann der Mensch überhaupt ohne diese Sachen überleben?

Existieren? Ist es, wenn wir die Ideen der Worte verstanden, erkannt haben, geschafft, mehr von unserer Welt zu verstehen, mehr von uns selbst zu verstehen? Haben wir dann die Grenzen unseres menschlichen Daseins übertreten? Hängt alles davon ab, die Idee von einem Ausgleich zu verstehen? Müssen wir sogar Kriege führen, um den Frieden herbeizuführen? Krieg ist ein Teil unseres Lebens, genauso wie der Frieden! Warum begehren dann die meisten Menschen gegen Krieg auf? Tobt in uns selbst nicht der größte Krieg? Wird in unserem Unterbewusstsein das Denken gegeben? Von einer andern Macht? Von unserer Umgebung? Etwa von der Natur, dessen Schönheit verzaubert, weil wir uns nichts anders vorstellen können? Ist das der Sinn des Menschen? Einen Ausgleich zu schaffen? Oder bilden wir uns das alles nur ein? Wenn man nicht an eine Art Ausgleich denkt, warum gibt es dann immer das Gegenteil von dem, was wir tun? Sollen wir eine Erkenntnis bekommen?! Alles ist richtig! Alles ist falsch!

Alles ist wie es sein soll, was wir denken, wie es sein soll!
7. Lars Vornhagen: Über Moral und Gewissen

Lars Vornhagen
(Vortrag)

LarsWas passiert, wenn man einen Vorsatz bricht, welchen man sich für sein ganzes Leben genommen hat? Wenn man keine andere Wahl hat sein Leben zu retten? Man nehme etwa das folgende Beispiel: Man steht Jemandem gegenüber, der die eigene Person bedroht und man selbst hat nur einen Ausweg sein Leben zu schützen, nämlich indem man selbst den Aggressor tötet. Ist man in einer solchen Situation berechtigt, einen Menschen zu töten?

Doch viel interessanter ist die Frage: Gibt es denn jemals überhaupt nur eine Wahl, oder gibt es immer Alternativen? Wer vermag eine solch wichtige Frage zu beantworten?

Der Betroffene hat in dieser Situation eine schwierige Wahl: entweder auf Moral und Gewissen hören oder sein Leben schützen und somit ein anderes auslöschen zu müssen. Welch ein menschlicher Überlebensinstinkt würde in solch einer Situation auf Moral und Gewissen hören, zumal der Auszulöschende der Angreifer ist?


Ist man in einer solchen Situation berechtigt, einen Menschen zu töten?...Gibt es denn jemals überhaupt nur eine Wahl, oder gibt es immer Alternativen?...Sie versuchen mit schöner klingenden Wörtern ihr Gewissen glücklicher zu stimmen...oft benutzte Begriffe sind dabei „Ehre“ und „Rache“...gemischt mit den Überlebensinstinkten eines jeden Menschen?


Lars Vornhagen

So vermeiden Betroffene oft starke Wörter wie „auslöschen“. Sie versuchen mit schöner klingenden Wörtern ihr Gewissen glücklicher zu stimmen.

Nicht nur bei Morden aus Notwehr ist dies der Fall. Auch bei Attentaten und religiös motivierten Morden werden oft andere Ausdrücke benutzt. Anstatt „Auslöschen unschuldiger Menschenleben“ benutzten sie Wörter wie „Gottes Wille“ oder „Gottes Mission“, um die „Schuld“ auf andere existente oder nicht-existente Wesen, wie beispielsweise Gott, zu schieben, um ihr eigenes Gewissen zu entlasten.

So werden generell Synonyme, Umschreibungen (Paraphrasierungen) oder Euphemismen (Beschönigungen) benutzt, wenn Menschen ein Wort zu direkt finden. Wichtige und oft benutzte Begriffe sind dabei „Ehre“ und „Rache“. Diese Begriffe haben oft einen anderen Stellenwert als in der deutschen Kultur. Sie werden in manchen Ländern oft ernster genommen, als man es sich vorzustellen vermag.

So wird in einigen Fällen sogar gemordet, wenn die Ehre verletzt wurde. Gerächt, wenn eine nahe stehende Person oder eine Person aus der Familie ermordet wurde.
  1. Rachemörder versuchen ihren eigenen Schmerz, oder den Schmerz über die zu rächenden Person, zu lindern. Dies passiert oft durch Zufügen derselben Erfahrungen an das Opfer.
  2. Diese Rachemorde mögen die Trauer für eine Zeit besänftigen, doch sind sie von weitem betrachtet naive Unterdrückung inneren Schmerzes.
Es bleiben die Fragen:
Sind Morde aus Rache und Ehre nicht vielmals nichts anderes als kindliche Bestätigungen der eigenen Person. Gemischt mit mangelnder Stärke, mit voller Kraft für einen Mord zu haften und dahinter zu stehen?

Und sind Morde aus Notwehr das Nicht-Sehen eines zweiten Weges, gemischt mit den Überlebensinstinkten eines jeden Menschen?
Dirk Böhmer, Webteam, Dezember 2008