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| Olga - umstellt von Kunst |
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Kommentar –
ICH, umstellt von Kunst
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Olga P.: (oben Olgas Bild)
Als ich begann darüber nachzudenken, was Kunst für mich selbst bedeutet oder in welche Gefühlslagen es mich bringt, ist mir wieder einmal klar geworden, wie schwierig es ist, Kunst zu definieren oder präzise zu sagen, was es ist. Ich konnte jedoch genau sagen, was mich an ihr so fasziniert. Schließlich habe ich mich dafür entschieden, auf verschiedenen Weisen zu malen. Ich habe mich selbst naturgetreu dargestellt, habe Geometrie mit eingebracht, da die Abstände zwischen den gemalten Punkten genau abgemessen sind, habe Farbübergänge nach James Rosenquist gemalt und schließlich habe ich mit „Action Painting“ nach Jackson Pollock und mit Tontrennung nach Andy Warhol gearbeitet.
Das 1,70 mal 0,65cm große Bild ist eine Verbindung zwischen Pop-art und abstraktem Expressionismus.
Gerade weil der Begriff der Kunst undefinierbar ist, habe ich mich für die verschiedenen Stile entschieden. Doch trotz dessen haben sie meines Erachtens alle eines gemeinsam: Ästhetik und die damit einhergehende Wirkung. Diese Tatsache übt auf mich Faszination aus. Egal, wie einfach ein Bild gemalt ist – seien es die groben Formen des Expressionismus oder die mathematische Zusammensetzung von Quadtraten der abstrakten Kunst – es übt immer wieder eine besondere Wirkung auf den Betrachter aus, wenn er sich mit diesen Bildern auseinandersetzt. Sobald der Maler es geschafft hat, etwas im Inneren des Betrachters auszulösen – sei es Trübseligkeit oder Euphorie – kann er meiner Meinung nach als Künstler bezeichnet werden.
Kunst ist für mich oft die Fähigkeit, die Dinge präzise abzubilden und wird damit zur Perfektion. Es ist oft die Liebe zum Detail, die die Kunst ausmacht, weshalb ich mein Portrait naturgetreu gemalt habe.
Kunst ist oft Ordnung oder mathematische Präzision. Es ist faszinierend, wie leicht man eine Wirkung auf den Betrachter erzielen kann, wenn man geometrische Formen auf eine besondere Art positioniert. Die entstehende Komposition kann noch so banal sein, sie ist manchmal erschreckend berauschend. Man betrachte sich nur die Bilder von Barnett Newman. Eine solche banale Ordnung deute ich in meinem Projekt mit den Pop-art-artigen Punkten an.
Kunst wird zur Faszination, wenn Farben ins Spiel kommen. Es ist oft unglaublich leicht, mit Farben Wirkung auszuüben. Wenn der Künstler einen Sinn für sie hat und weiß mit ihnen umzugehen, kann ihre Anwendung Ästhetik verstärken oder einen besonderen Effekt herbeiführen. Die bestimmte Farbkomposition eines Bildes kann ein bemerkenswertes Resultat herbeiführen. Dies wollte ich in meinem Projekt mit den Farbübergängen nach James Rosenquists „Scheuklappen“ andeuten.
Kunst ist für mich Bewegung, Kunst ist oft eine Aktion. Diese Bewegung, die der Künstler ausführt und die auch im späteren Bild zu erkennen ist bzw. die nachvollziehbar ist, ist wie eine Melodie, die gehört wird. Ist diese Bewegung gut ausgeführt, so stimmen die Töne der Melodie und der Klang ist atemberaubend. Sie muss nicht ordentlich sein, sie kann heftig oder ruhig sein, zitternd oder gleichmäßig. Solange diese „Aktion“ den Betrachter mit ergreifen kann oder es schafft, dass sich in ihm etwas rührt, ist es Kunst.
Jackson Pollock ist wohl das beste Beispiel dafür („Action Painting“). Seine schwarzen und weißen Linien, Kreise und Spiralen – mal durchgehend, mal abgebrochen – sind ein Wirrwarr, sie ergeben keine sinnvolle Ordnung. Und dennoch ist es eine Bewegung, die wie eine reine Melodie erscheint. Und gerade diese Melodie schafft es, im Betrachter etwas wach zu rütteln. Sei es Spannung, Verwirrung oder Freude. In den Pollock-Teil meines Projekts habe ich mich selbst im Stil der Tontrennung nach Andy Warhol eingefügt.
Ich wollte lediglich zeigen, dass Kunst als Aktion sowohl auf den Betrachter, als auch auf den Maler selbst eine Wirkung ausübt. Die Aktion befreit ihn, lässt ihn sich abreagieren, lässt ihn alles um sich herum vergessen und kann ihn einfach nur zufrieden machen. Dies ist der Grund dafür, warum ich entspannt in der Ecke des Bildes – mitten in dieser Aktion – sitze. Dass ich dafür den Stil der Tontrennung gewählt habe, hat keinerlei Bedeutung. Es hat sich für mich in diesem Moment einfach als passend erwiesen.
Die Vielfalt in meinem Projekt stellt die Undefinierbarkeit der Kunst dar. Ich wollte verdeutlichen, dass Kunst vieles zugleich sein kann, naturgetreu oder mathematisch banal. Mir war es jedoch wichtig, zu zeigen, dass Kunst immer eine Wirkung hat. Ist diese nicht vorhanden, dann hat sich der Betrachter nicht wirklich mit dem Gemalten auseinandergesetzt oder die Zusammensetzung der bildsprachlichen Mittel war schlecht.
Folglich ist meines Erachtens Kunst für jeden Menschen erreichbar, auch wenn er nicht die Fähigkeit besitzt, Dinge präzise abzubilden. Sie bedarf nur einer kleinen Portion Kreativität und einem Sinn für Farben, Formen und Komposition. Allein eine banale Anwendung dieser bildsprachlichen Mittel kann meiner Meinung nach zu Kunst werden. Gerade dieser Aspekt und der Prozess des Malens an sich, weshalb ich eine Malpalette eingefügt habe, wirken auf mich eine Faszination aus, weshalb ich auf meinem Portrait lächele.
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| Judith - umstellt von Kunst |
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von Judith K.
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Kommentar:
Ich - umstellt von Kunst
(Auszug) |
Judith K.:
Zu Beginn dieser praktischen Arbeit fiel es mir ziemlich schwer eine konkrete Vorstellung davon zu entwickeln, wie ich das Thema angemessen umsetzen könnte. Da die Kunst für mich so viele verschiedene Facetten beinhaltet und diese auch oft sehr widersprüchlich sind, wusste ich zunächst nicht, wie ich dieses breite Spektrum an Ideen, Eindrücken und Maltechniken, welche ich zwangsläufig mit Kunst verbinde, zusammenbringen könnte.
Letztendlich habe ich mich in der Art der Gestaltung auf die Malerei und das Zeichnen beschränkt, wobei ich verschiedene Kunstzitate aus dem Jugendstil, dem Expressionismus und auch aus dem Symbolismus verwendet habe. Ich habe mich bewusst für Zitate aus diesen Epochen entschieden, weil mich diese in der Malerei bisher am meisten beeindruckt haben. Ich finde Bilder aus diesen Epochen in der Regel sehr interessant und aussagekräftig. Gerade an der expressionistischen Kunst bewundere ich den freien Malgestus und die Reduzierung stilistischer Mittel ohne Minimierung der Aussage eines Bildes.
Um auf die Komposition meines Bildes zu sprechen zu kommen, so ist zunächst einmal anzumerken, dass ich mich dabei zum Teil von Diego Veläzquez „Las Meninas" habe inspirieren lassen.
Die Idee, dass der Künstler selbst als solcher vor seiner Leinwand steht und den Betrachter des eigentlichen Bildes ansieht habe ich in meinem Bild aufgegriffen. Somit zeige ich mich also in der Beziehung in der ich zur Kunst stehe - ich, als Künstlerin. Gleichzeitig habe ich mich von zwei bereits fertig gestellten Gemälden im oberen Teil des Gemäldes „umgeben lassen", ebenso wie von einer Leinwand (links unten) und von verschiedenen Malutensitien.
In dieser Hinsicht habe ich also die Thematik „Ich - UMSTELLT von Kunst" zunächst einmal relativ wörtlich genommen und mich also von Kunstwerken und aus dem, woraus Kunst bzw. Malerei entstehen, umgeben dargestellt. Abstrakter ist das „umstellt von" hinsichtlich meiner Kleidung zu sehen, denn auch hier bin ich umgeben von Kunst und zwar umhüllt von einem Kleid im Jugendstil. Anzumerken ist noch, dass ich den Begriff „umstellt" selbst eher negativ auffasse, da dies auf meine Beziehung zu Kunst jedoch nicht zutrifft, habe ich den Begriff für mich als „umgeben von" interpretiert.
Wie bereits erwähnt habe ich mich in meiner Hauptarbeit als Künstlerin dargestellt, wobei ich gerade dabei bin, das, was ich außerhalb der Leinwand sehe, also eigentlich den Betrachter des Bildes und damit ein Stück der Realität selbst, zu malen. Ich blicke den Betrachter des Bildes also direkt an und habe in der Überlegung wie ich wohl den nächsten Strich setzen könnte den Zeigefinger meiner linken Hand ans Kinn gelegt. Den Kopf neige ich dabei zur Seite. Der Pinsel in meiner Hand bestärkt meine Rolle als Künstlerin noch zusätzlich.
Auf diese Weise habe ich versucht einem Teil meiner Erfahrungen mit Kunst Ausdruck zu verleihen, denn nur zu oft stand ich in ähnlicher Pose vor meinem noch unfertigen Bild oder gar vor einer noch völlig unberührten Leinwand in der Überlegung versunken, wie das Bild am Besten zu beenden sei oder was man überhaupt malen könnte.
Unterstützt wird das „Künstler-Sein" zusätzlich durch die Malutensilien auf dem Tisch unten rechts im Bild. Sie sollen zum Einen einen Bezug zur Realität herstellen, da Kunst wie ich finde, immer auch von der Realität und somit von der jeweiligen Zeit geprägt bzw. beeinflusst wird, zum Anderen spiegeln diese in ihrer scheinbaren Unfertigkeit, also der unvollendeten farbigen Gestaltung, das Prozesshafte der Kunst wider.
Schließlich ist Kunst nicht nur das Endprodukt, sondern sie setzt sich aus vielen verschiedenen Entwicklungsschritten zusammen. Dieses Prozesshafte ist, wie ich finde sehr wichtig, da der Malvorgang bei der Betrachtung und bei der Beurteilung von Kunst meiner Ansicht nach nicht vernachlässigt werden darf. Hierin zeigt sich schließlich die Arbeit, die in ein Kunstwerk gesteckt wurde. Zudem werden viele entscheidende Ideen zur Bildgestaltung oft erst während des künstlerischen Wirkens entwickelt.
Natürlich lässt sich diese scheinbare Unfertigkeit auch dahingehend interpretieren, dass ein Kunstwerk eben nie wirklich fertig ist. Selbst nach Jahren könnte man noch einmal eine Änderung vornehmen, weil man sich möglicherweise selbst weiterentwickelt hat und dies zeigen möchte. Zu dem „Bild" links oben im Gemälde ist zu sagen, dass es sich hierbei um eine Figurenkomposition im Sinne eines Familienporträts handelt, wobei die abgebildeten Personen hinsichtlich der vor ihnen stehenden Leinwand die verschiedenen Reaktionen auf Kunst widerspiegeln sollen ...
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| Bahar - umstellt von Kunst |
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von Bahar P.
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Kommentar:
Ich - umstellt von Kunst
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Bahar P.:
Wie man erkennen kann, sieht man das im Moment Stattgefündene; den Prozess, wo man sich
orientierungssuchend über die Bildfläche tasten kann.
Überall kann man etwas entdecken. Die Zusammenhänge ergeben sich gemäß der
individuellen Wahmehmungsweise.
Die Kunst des 20./21. Jahrhunderts bietet mir, die Technik des "Combine Paintings", mit der
ich mich identifizieren kann.
Meine Intention ist es, alles was mir gefällt mit Erfahrungen zu verbinden.
Ich habe die Malfläche mit Texten oder Textausschnitten grundiert und danach mit
dreidimensionalen Dingen bedeckt-wie z.B. eine schwarze Acrylfarbentube, die einen
schwarzen Farbenkleks hinterlässt, eine CD, mit der ich ein Referat über das Jüdische
Museum in Berlin gehalten habe, eine Staffelei, die mich ständig begleitet und die
univerzichtbar ist, ein Würfel, der zeigen soll, dass Kunst manchmal auch ein Spiel ist, d.h. an
manchen Tagen kann ich mich mit meinen Bildern identifizieren und an anderen wieder nicht,
was mich dazu auffordert die Bilder zu erneuern oder zu verbessern.
Combine Painting bietet mir zudem noch die freie Entfaltung, die ich mit der Kreativität in
Verbindung setze. Ich habe mich selber nicht farbig abgebildet, weil ich generell Porträts in
schwarz-weiß zeichne. Ich bin mittig oben platziert, weil ich dadurch einen besseren Einblick
oder die Gewissheit über die Erfahrungen mit der Kunst bekomme.
Zum Beispiel habe ich zwei Fotonegative miteingebracht, weil diese einen Prozess darstellen,
der noch weiter ausgerührt werden kann.
Dazu gehören auch Menschenbilder und Aktzeichnungen, die ich auch in meine Leinwand
mitintegriert habe und die mir sehr wichtig erscheinen aufgrund der Tatsache, weil ich es
liebe die einzelnen Gliedmaßen oder Körperteile detailgetreu sichtbar zu machen.
Ein Porträt zum Beispiel gibt mir die Möglichkeit den Charakter eines Menschen in seinen
Gesichtszügen wiederzugeben.
Die Schrift links oben EX-PRES-SION soll lediglich meinen Wunsch äußern, dass ich immer
versuche die Menschen mit ihren exakten Gesichtsausdrücken festzuhalten.
Ich hoffe doch, dass ich durch meine Leinwand mein Innenleben mit der Kunst darstellen
tonnte. Die Kunst um mich herum stellt mich vor immer spannendere Herausforderungen, die
ich so gut wie nur möglich nutzen möchte.
Bahar Pura
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| Steffi - umstellt von Kunst |
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von Stefanie K. |
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Kommentar:
Ich - umstellt von Kunst
(Auszug) |
Stefanie K.:
Den Titel „Ich, umstellt von Kunst“ assoziiere ich leicht negativ, daher habe ich eine Szenerie gewählt, die Einblick in das Leben eines Stadtmenschen gewährt. Die Gebäude der Großstadt umringen mich in dem Bild genau wie die Kunst, auf der ich bildlich gesprochen stehe und die ich auf der Leinwand unter dem Arm trage ( Konstruktivismusbild).
Die Ölmalerei „Proun 1D“ von El Lissitzky aus der Epoche des Konstruktivismus ist mir so von allen Kunstzitaten aus dem Bild am nächsten, da es auch das wiederspiegelt, was sich in meinem Leben am ehesten im Alltag durchgesetzt hat; sei es durch meine Vorliebe für klare Linien und geometrische Formen und Flächen bei Möbeln, in der Architektur und im Design oder durch die harmonische Farbwahl, die dem Werk zugrunde liegt.
Des Weiteren scheint es, als griffen die räumlichen Formen aus „Proun 1D“ in den Raum und dies ist besonders passend, da die Kunst für mich sehr lebendig ist und in das Leben übergreift. Dieser Wunsch, die Kunst in das wirkliche Leben einzugliedern war auch ein Hauptmerkmal der Pop-Art. Daher ist die Kombination aus den verschiedenen Stilen der Moderne meiner Ansicht nach passend und auch wichtig.
Das Ich in meinem Bild repräsentiert durch die hellen Hauttöne, die weiße Jacke und den Gesichtsausdruck eine gewisse Kühle, die ich schon oftmals an den Tag gelegt habe, und auch in meinem Selbstbildnis in der 12. Klasse schon zum Ausdruck brachte.
Daher empfand ich auch immer schon die Haltung und Mimik des Mädchens aus „M-Maybe“ von Roy Lichtenstein sehr ansprechend und faszinierend.
Dies wählte ich als Hauptmotiv für mein Bild und bezog mich hierauf in grundsätzlich allem, was das Ich meines Bildes betrifft, wenngleich ich auch zusätzlich kleine Veränderungen vornahm. Natürlich malte ich mir anstatt der blonden Haare aus „M-Maybe“ braune Haare, wie ich sie auch in Wirklichkeit trage.
Des Weiteren veränderte ich den Kragen der Jacke minimal, sodass sie exakt meinem Verständnis von Mode entspricht. Ein besonders auffälliger Unterschied im Gegensatz zum Original sollte die naturalistische Malweise sein. Jedoch ist es erstaunlicherweise kaum bemerkt worden.
Gründe für die naturalistische Malweise waren folgende: Zum Einen liebte ich diese Art zu malen schon seit jeher, zum Anderen kann man so Züge der Persönlichkeit und die Lebendigkeit in Bildern am leichtesten und am effektvollsten zum Ausdruck bringen.
Der dritte Grund hierfür ist meine Begeisterung für Mischtöne. Das eigenhändige Mischen der richtigen Farbnuancen ist für mich die fast wichtigste Aufgabe eines Künstlers, um in der Lage zu sein, die verschiedenen Töne der Welt aus den Primärfarben, aus schwarz und aus weiß zu mischen und ihnen damit das Persönliche beizumischen, das später das Bild neben der malerischen Qualität und dem Motiv ausmacht.
Mit bereits gekauften Mischtönen würde ich daher nicht arbeiten. Als Bildformat wählte ich eine einfache Pappelholzplatte, da ich dachte, sie sei leichter als eine selbstgerahmte Leinwand.
Diese Überlegung war nötig, da ich mich für ein quadratisches Bildmotiv in den Maßen 120cm x 120cm entschieden habe. Auch Lichtenstein verwendete für „M-Maybe“ eine quadratische Leinwand, was das Motiv des Mädchens (auch durch die Überdimensionierung) viel besser geltend macht.
Bei meinem Bild war es mir jedoch aufgrund des eindeutigen Titels wichtig, mehrere Stile und Künstler der Moderne aufzugreifen. So entschied ich mich auch dafür, „Guernica“ von Pablo Picasso anzudeuten. Die Kriegsschrecken aus seinem Bild schockieren und berühren. Genau das ist für mich ein wichtiger Teilbereich der Kunst. „Guernica“ lässt sich so auch in direkter Weise mit der Pop-Art verbinden, denn auch Lichtenstein brachte in seinen Comic-Erzählungen Kriegsszenen zum Ausdruck. Die durch den Wind fliegende Zeitung, auf der „Guernica“ abgebildet ist, kann man ebenfalls mit der Pop-Art in Verbindung bringen, da Medien eine große Rolle in der Konsumwelt und der sogenannten Plakatkunst spielen.
Die leuchtkräftigen Farben Lichtensteins habe ich nur in der rechten Bildhälfte beibehalten, die durch das knallige Gelb einen Gegenpol zum gelben Kunstlicht in Edward Hopper´s „Nighthawks“ bilden, das sich in auf der Horizontlinie im linken Hintergrund befindet.
Da das Nachtleben ein wesentlicher Teil meines Lebens ist und ich auch des Öfteren nachts gemalt habe, passt „Nighthawks“ als Symbol perfekt in mein Bildkonzept. Außerdem ist Hopper´s Gemälde eines der wenigen, das mich schon vor Jahren begeisterte und bei dem die Faszination über die Jahre nicht geringer wurde.
Das Spiel zwischen Licht und Schatten und die Ruhe, die dieses Bild ausstrahlt, wollte ich somit in meines übernehmen. Wobei es durch den Mix mit den anderen Kunstzitaten nicht mehr nur beschaulich, einsam und still wirkt, sondern auch eine Weltentrennung aufzeigt: Die Bar steht im Kontrast zu dem belebten Ich im Bild, da ich mich von der Bar entferne und der Wind mich gleichzeitig wieder zurückdrängt und mit den Haaren eine Staffelung und somit eine Verbindung zu Hopper´s Restaurant herstellt.
Ich distanziere mich somit von der Einsamkeit, der Künstler oft ausgesetzt sind, obwohl ich sie teilweise selbst suche. Kunst ist für mich ein Wechselspiel von verschiedensten Stimmungen, Wünschen, Phantasien und Emotionen. Diese bringt mein Bild für mich zum Ausdruck, indem es mich nachdenklich durch das Bild gehen lässt und imaginäre Distanz entsteht, ich jedoch trotzdem in das Bild hineingezogen werde.
„Proun 1D“ befindet sich relativ weit innerhalb des Bildes und weniger unter meinem Arm. Es ist dadurch ein weiteres Bindeglied zwischen mir und der Kunst, die ich zwar zu einem festen Bestandteil meines Lebens machen möchte, jedoch nicht genau weiß, was ich von ihr zu erwarten habe.
So spiegelt auch der Blick Unentschlossenheit wieder. Die Skepsis in dem Blick richtet sich auf Guernica“= Kampf & Krieg, was die Frage symbolisiert, ob ich für meine kunstbezogenen Träume und Ziele kämpfen kann und werde oder dem Talent sprichwörtlich den Rücken zuwende. Dies ist ein Konflikt, den ich schon lange in mir habe.
Ich habe mich jedoch so gemalt, dass der untere Rumpfbereich in Abstraktion übergeht und man so keinen Schnitt zwischen mir und der Kunst an sich ausmachen kann und meine Person, mein Charakter sozusagen aus der Kunst entspringt und durch sie entsteht und geformt wurde. So verband ich die Epochen der Moderne und ließ mich von ihr in den Bann ziehen. Das gesamte Bild ist zwar eine künstlich geschaffene Szene, doch sehr nah an mein Leben angeknüpft und durch Farbstimmung, Motiv und Symbole mit mir verbunden.
Ich rückte mein Selbstbildnis nicht in die exakte Mitte des Bildes, da ich Asymmetrie herstellen wollte. Die Fluchtlinien, die Vertikalen und die Waagerechten des Bildes verstärken den Eindruck von Tiefe und Hektik zusätzlich, wobei ich die Skyline noch durch einen weißen Rand vom Himmel abgrenzte, um den dunklen Hintergrund vom vordergründigen „Schnappschuss“ abzuheben. Eine realistische Szene wählte ich, da das Leben für mich Kunst ist, die wiederum das Leben imitiert. Hierzu passt auch der Rationalismus und die Sachlichkeit, eingebracht durch „Nighthawks".
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M-E. Palmen-Kind, Webteam,
24.5.2007 |
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