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Dreieichschule
Gymnasium des Kreises Offenbach
Goethestr. 6, 63225 Langen
Tel: 06103-303390
Fax: 06103-3033911; E-mail



Knapp 61 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der totalitären Diktatur des NS-Regimes sind noch vielen Menschen der älteren Generation die mit dieser Zeit untrennbar verbundenen Gräueltaten und Deportationen der Nationalsozialisten an bzw. von jüdischen und anderen Mitbürgern im Gedächtnis geblieben.

(Im Bild: Robert P., Autor dieses Artikels)

> Damit diese Erinnerungen nicht...

... in Vergessenheit geraten, beteiligt sich die Dreieichschule mit einer AG an die Aufarbeitung der Geschehnisse im Dritten Reich.

Unter Leitung von Frau Imperatori sollen die teilnehmenden Interessenten der Jahrgangstufen 9, 10 und 11 dabei Informationen über Opfer der NS-Ideologie sammeln, die in Langen lebten und damit einen Beitrag zur aktuellen Forschungsarbeit leisten.


> Anlass ist die Durchführung des Projektes...

...„Stolpersteine“ in Langen , initiiert vom Berliner Künstler Gunter Demnig, an dessen Idee sich die Nachforschungen der AG orientieren sollen. 

Hierbei handelt es sich um Mahnmale in Form von 10 mal 10 cm großen Betonquadern, die durch eingravierte Schriftzüge auf die Schicksale jener Menschen aufmerksam machen sollen, die nachweislich von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurden. Die Stolpersteine werden jeweils vor der letzten frei gewählten Wohnung des Opfers in die Straße oder den Bürgersteig eingelassen.

Inzwischen (September 2006) hat Gunter Demnig ca. 8500 Steine in 180 Städten und Gemeinden in Deutschland gesetzt. Darüber hinaus gibt es Stolpersteine auch in Städten in Österreich, Italien und Holland.
> Mit Hilfe der erarbeiteten Informationen...

...der AG soll die Realisierung des Projektes in Langen erleichtert werden. Dazu gehört z.B. das Anwerben von Paten, die die Kosten für die Anfertigung und Einlassung der Steine (95€ pro Stein) übernehmen.

Wie das geschehen soll, bleibt den Schülern überlassen. Diese können den Preis eines Steines mittels eigens veranstalteter Sponsorenaktionen natürlich auch selbst abdecken. Ansonsten erfolgt die Finanzierung privat  durch mildtätige Bürger oder aus den öffentlichen Mitteln der Kommunen.

Eine weitere wichtige Aufgabe der AG ist die Kontaktaufnahme zu Zeitzeugen, die in ihrer Kindheit entweder mit jüdischen Kindern befreundet, in einer Klasse waren oder in ihrer Nachbarschaft wohnten und so hautnah von den damaligen Vorkommnissen berichten können.


> Mit guten Ergebnissen aus ihren Recherchen...

... will die Arbeitsgemeinschaft natürlich zum Erfolg der Aktion beitragen. Dabei war Leiterin Frau Imperatori anfangs selber skeptisch gegenüber dem Vorhaben der Stadt. Ihre Examensarbeit über die jüdischen Opfer überzeugten sie allerdings, sich auch persönlich zu engagieren. Von den Stolpersteinen erhofft sie sich ein gesteigertes Interesse an den Geschehnissen der damaligen Zeit, besonders bei den Jüngeren: „Vielleicht werden Grundschüler angeregt, bei ihren Lehrerinnen und Lehrer in der Schule die Bedeutung der Steine zu erfragen.“ Damit würde der Prozess der Aufklärung um die NS-Zeit weiter vorangetrieben.

Dennoch sei es nicht Ziel der AG, sich an feste Programmpunkte zu halten. Die Neugier und Wünsche der Teilnehmer stünden jederzeit im Vordergrund.

Momentan ist die Fortführung des Vorhabens jedoch fraglich, da bisher kein einziger Schüler Interesse bekundet hat. Aller Voraussicht nach wird Frau Imperatori nach den Herbstferien einen zweiten und letzten Anlauf starten, in der Hoffnung, dass ihre Pläne dann auf mehr Begeisterung stoßen.

gez.: Robert P., Jahrgangsstufe 12 (oben im Bild)
Webteam, 2.11.2006