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Rahmenbedingungen
Am Donnerstag, den 29.04.2010 nahmen wir als Rollstuhlbasketballmannschaft der Dreieichschule gemeinsam mit zwei Mannschaften der Erich-Kästner-Schule an einem Rollstuhlbasketballturnier in Wiesbaden teil. Das Turnier wurde in zwei Behinderungsklassen (A und B) ausgetragen. Die Erich-Kästner-Schle trat in beiden Klassen mit je einem Team an, wir in der A-Klasse. Der Sieger unseres Turniers erreicht damit die Qualifikation, um am Bundesfinale des Wettbewerbs Jugend trainiert für Paralympics teilzunehmen.

Trotz eines großen Busses kam es zu Problemen bei der Abfahrt. Es passten einfach nicht alle Rollstühle in den Bus und erst nach Auseinanderschrauben und mehrmaligen Umladen war der Bus startklar.
Eindrücke (größere Bilder unter Bildergalerie)
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Spielbericht + Fazit
Anfangs saßen Schülerinnen und Schüler beider Schulen noch strikt getrennt, die einen vorne und die anderen hinten - dies änderte sich aber im Laufe des Tages.

Als wir die Rollstühle in die Halle bringen wollten, tauchten weitere Probleme auf. Die Rollstühle passten einfach nicht durch die Eingangstüren zur Halle. Ein Problem, das für uns Nicht-Behinderte leicht zu lösen war, wurde für alle anderen Teilnehmer des Turniers zunächst zu einem ersten Hindernis. Alle halfen sich gegenseitig und mit vereinten Kräften und geschicktem Drehen und Heben schafften wir es alle Rollstühle in die Halle zu bringen.

Als dann auch die anderen Mannschaften aus am Turnierort eintrafen eröffnete Bundesfamilienministerin Kristina Schröder die Veranstaltung. Wir Dreieichschüler wurden besonders erwähnt, da wir als Teilnehmer ohne Behinderung außer Konkurrenz am Turnier teilnehmen durften.
Teamfoto
Teamfoto


Das erste Spiel hatte die Erich-Kästner-Schule und gewann dies deutlich -wir DSLer immer lautstark anfeuernd im Hintergrund. Dann wurden die Rollen getauscht und wir hatten unser erstes Spiel, das wir trotz Nervosität souverän gewinnen konnten.
In den Pause entbrannte eine Wasserschlacht, teils draußen in der warmen Sonne und teils in der Halle.

Nach mehreren gewonnenen Spielen der Erich-Kästner - und Dreieichschüler, auch gegen den Mitfavoriten aus Kassel, trafen wir dann im Finale aufeinander. Da kam ein weiteres Problem zum Vorschein. Bisher konnten wir die guten Rollstühle immer miteinander tauschen, doch nun spielten wir gegeneinander. Dankenswerter half uns eine Frankfurter Schule mit Rollstühlen aus, so war für die Gleichberechtigung, zumindest bei den Geräten gesorgt.

Anfangs konnten die wir noch mithalten. Doch je länger das Spiel ging, desto weniger punkteten wir und fuhren uns Christian, Salva und Co immer häufiger davon. Letztendlich zogen die Schüler der Erich-Kästner-Schule weg und gewannen das Finale mit deutlichem Punktevorsprung.


Fazit des Tages: Wir konnten viele neue Eindrücke und positive Erfahrungen im Umgang mit Behinderung sammeln. Mussten aber auch immer wieder feststellen, wie beschwerlich das Alltagsleben mit Behinderung ist.
Wir waren alle sehr zufrieden und feierten auf der Rückfahrt gemeinsam mit den Schülern der Erich-Kästner-Schule unseren zweiten Platz und deren Qualifikation für das Bundesfinale des Jugend trainiert für Paralympics.

Interessanter Link aktiv am 13.5.2010
Endspiel (größere Bilder unter Bildergalerie)
Endspiel
Siegerehrung (größere Bilder unter Bildergalerie)
Siegerehrung
Regeln, Gemeinsamkeiten und Unterschiede:
von Michael Wagner, Mikael Eichhöfer, Lisa Kastel, Nina Hagenmüller
Grundsätzlich sind die Unterschiede zum "normalen" Basketball nicht sehr groß: Die Körbe im Rollstuhlbasketball haben die gleiche Höhe wie jene in der Basketballbundesliga oder in der NBA - 3,05m. Auch wenn ein Rollstuhlfahrer im Sitzen niemals die gleiche Größe erreicht wie ein gehender Basketballspieler und er zusätzlich während eines Wurfes weiterrollt, ist die allgemeine Trefferquote sehr hoch. Die Größe des Spielfeldes ist dieselbe, ebenso alle markierten Linien. Auch die Zeitregeln sind gleich und die Foulregeln sind jenen im Nichtversehrtensport sehr ähnlich.



Die Schrittregel
Einer der zwei wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Sportarten besteht im Dribbeln des Balles. Im Rollstuhlbasketball ist es einem Spieler erlaubt, sich den Ball auf den Schoß zu legen und zweimal seine Treibreifen so zu berühren, bevor er einmal mit dem Ball dribbeln muss. Dies darf er beliebig oft wiederholen. Berührt er die Treibreifen zu oft, wird dies wie ein Schrittfehler im „normalen“ Basketball gewertet. Auch darf man den Ball mit allem berühren und es gibt somit auch kein Fuß. Jedoch darf der Fuß nie auf den Boden gesetzt werden (nur auf das Abstellbrett) , dies würde zu einem Einwurf der Gegner führen.


Die Punkteregel:

Sinn der sogenannten Punkteregel ist es, möglichst vielen Spielern unterschiedlichsten Behinderungsgrades ein Spiel in derselben Mannschaft zu ermöglichen. Jeder Spieler, egal ob beinamputiert, querschnittgelähmt oder vollkommen gesund, erhält eine bestimmte Punktezahl. Zusammenaddiert dürfen die Punkte der fünf auf dem Feld stehenden Spieler nicht mehr als 14,5 Punkte betragen (international 14,0 Punkte).


Ein vollkommen Gesunder - er darf nicht an internationalen Wettbewerben teilnehmen - erhält die höchste Punkteanzahl von 4,5 Punkten. In den meisten Fällen trifft diese Punktzahl auch für Unterschenkelamputierte zu.

Oberschenkelamputierte oder leicht hinkende Spieler erhalten ca. 4,0 Punkte. Spieler, deren Oberschenkelmuskulatur ein nach außen drücken der Oberschenkel ermöglicht erhalten je nach Schwere ihrer Einschränkung 3,5 oder 3,0 Punkte. Diese Muskelfunktion ist vor allem wegen der Möglichkeit, sich besser im Rollstuhl stabilisieren zu können, von großer Wichtigkeit für die Punkteeinteilung.

Alle Spieler, auf die diese Muskelfunktion nicht zutrifft, erhalten je nach der Stärke ihrer Bauchmuskeln 2,5 bis 1,0 Punkte. Ein Spieler mit 1,0 Punkten hat kaum die Fähigkeit seine Bauchmuskeln anzuspannen.
In gemischten Mannschaften können Frauen 1,0 Punkt abgezogen werden.
Bildergalerie
Alle Fotos
Ein Turnierbericht von Arnela Djozgic und Laura Fünfstück, Webteam, 13.5.2010