von Sophie B.

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Mitten in der Nacht klopfte es an meiner Tür. „Ich schlafe“, brummte ich, noch halb träumend. Doch mein Besucher ignorierte meine Proteste und trat ein. Mein Bruder Paul stand in der Tür, schaute mich ganz lieb an und fragte: „Sophieeeeeeeeee, mir ist langweilig. Ich kann nicht einschlafen, aber dafür habe ich eine super Idee: Du kennst doch Burg Frankenstein, oder?“. Als er mein Nicken sah fuhr er fort: „Hehehe, hast du Lust auf eine Nachtwanderung? Bitteeeee?“
„ Oh, gerne! Klar, warte, ich komme gleich runter“, rief ich, erfreut, ein kleines Abenteuer erleben zu dürfen.
Fünf Minuten später stieg ich leise die Treppen hinunter, darauf bedacht, niemanden zu wecken. Mein Bruder und ich nahmen uns Taschenlampen mit und gingen hinein in den Wald, um zu Burg Frankenstein zu gelangen. Ich hatte ein mulmiges Gefühl dabei, vor allem, als ich plötzlich ein Heulen hörte.
„Paul, da ist irgendetwas, es heult, es hat bestimmt Hunger und dann kommt es und...“, begann ich panisch, doch mein Brüderlein tat ganz cool und beruhigte mich: „Keine Sorge, das ist doch nur der Wind! Hier ist niemand, glaub mir!“
Ich war noch nicht vollends beruhigt und immer wieder schrie ich auf, da ich auf Äste oder anderes getreten war.
Doch auf einmal raschelte es hinter mir. Ich kreischte mal wieder und wurde wie immer von Paul beruhigt, dass da doch gar nichts sei.
Plötzlich hörte ich ein unheimliches Geräusch, es klang so, als würde, als würde jemand direkt hinter mir stehen und die Zähne fletschen. Ich fuhr herum, doch hinter mir war nur Paul, der mich fragen ansah.
„Ich dachte, ich hätte etwas gehört“, erklärte ich. Ich schaute mich noch einmal um, doch da war nichts, bis auf eine Eule, die ihr „Schuhuu“ rief.
Ich hörte noch öfters dieses Zähnefletschen, doch nie sah ich den Ursprung dieses Geräusches.
Vor uns ragte nun ein altes Gemäuer, Burg Frankenstein, hoch.
„Ganz schön unheimlich hier, was?“, meinte Paul. Ich nickte, sagte jedoch nichts. Ich starrte nur die alte Burg an, wie sie so dastand, mächtig und alt, doch dennoch stand sie immer noch fest da. Nur ein paar Moose versuchten, die Burg zu erklimmen, doch kein Tier wagte sich in die Nähe der Burg. „Schon seltsam“, dachte ich mir.
Ich schritt die Treppe hoch zur Burg hinauf und sah mich gründlich um. „Hier ist kein Ungeheuer, puh“, meinte ich zu mir selbst, doch irgendwie kam ich mir dabei lächerlich vor.
Ich drehte mich um und wollte Paul fragen, ob wir nicht wieder gehen wollten, doch er war nicht mehr da.
„Paul, wo bist du? Komm raus, ich habe keine Lust auf deine Spielchen!“, rief ich, doch alles blieb still.
„Pauli-Wauli, nun komm schon! Lass uns gehen!“
Doch wieder rührte sich nichts.
„Paul? Oh nein, wo bist du nur?“, fragte ich ängstlich. Auf einmal hörte ich ein Geräusch, als ob, als ob jemand grade gegessen wurde. Es war ein Mampfen und Schmatzen, Knurren und Zerreißen.
Ich rannte, wie ich noch nie im meinem Leben gerannt war, in die Richtung, ich der ich dieses Ungeheuer, das womöglich grade meinen Bruder fraß, vermutete. Ich ließ in alle Richtungen, doch das Tier schien überall zu sein. Erschöpft blieb ich stehen, schnaufend und keuchend.
....
Wie die Geschichte endet?
Hört euch das Hörspiel an.
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