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Zeitzeugengespräch
Geschichtsunterricht hautnah








> Wer? Wann? Wo? Was?
> Fotos vom Zeitzeugengespräch
> Herr Klösel erzählt aus seinem Leben
> Schülerumfrage
> Meinungen zur Unterrichtsstunde
> Fazit
Wer? Wann? Wo? Was?
Passend zum Thema „Flucht und Vertreibung nach dem zweitem Weltkrieg“ besuchte Zeitzeuge Herr Klösel am 29. Oktober 2009 den Grundkurs Geschichte von Frau Euler und Frau Stieber im Jahrgang 13. Herr Klösel, Mitglied im Bund der Vertrieben Deutschen (Ortsverband Langen), erklärte sich bereit, den beiden Kursen einen Einblick in die damalige Zeit zu geben.


Herr Klösel erzählte am Beispiel seiner eigenen Familie über das Schicksal der Vertriebenen aus dem Sudetenland und beschrieb den Kampf ums tägliche Überleben während der entbehrungseichen Nachkriegsjahre.


Am Ende der Stunde beantwortete Herr Klösel schließlich noch Fragen der Schüler. Die "informationsreiche und interessante" Stunde - so die Schülermeinung - ging schnell vorbei. Herr Klösels Schilderungen haben die Schüler beeindruckt, wie die Kommentare am Ende dieses Artikels belegen.
Fotos vom Zeitzeugengespräch
Herr Klösel zeigt auf der Karte seinen Heimatort.
Bild 1
Im Unterricht der Oberstufe
Bild 2
Herr Klösel erzählt aus seinem Leben


 

Drei Themenbereiche werden angesprochen



 

 

 



 

 

 

 

Vertreibung aus der Heimat
Herr Klösel war einer von 16 Millionen Menschen, die nach Deutschland vertrieben wurden. Zum Zeitpunkt der Vertreibung war Herr Klösel noch ein Kind. Seine Reise begann in seinem ursprünglichen Heimatort in der Tschechischen Slowakei und endete nach 4 Tagen Zugfahrt in Viehtransportern im Taunus.

An die schlechten Verhältnisse während der Zugfahrt und den Zwischenstopp an der Grenze erinnert sich Herr Klösel noch genau und beschreibt den Schülern die unmenschlichen Situationen.


Vertriebene und einheimische Familien

Angekommen in der „neuen Heimat“ hatte es die Bauernfamilie sehr schwer. Sie wohnten zunächst  3 Jahre provisorisch in einer Turnhalle und arbeiteten als Tagelöhner.

Nach dieser Zeit zog die Familie auf Grund der neu gefunden Arbeitsstelle der Mutter in eine Schule, während der Vater eine Arbeitsstelle in Frankfurt annahm.


Herr Klösel erzählte außerdem davon, wie viele andere vertriebene Familien einheimischen Familien zugewiesen worden waren, welche selbst nur sehr bescheiden lebten. Zudem gab es meist nicht einmal vernünftige Sanitäranlagen.


Nachkriegszeit

Geschehen ist das Ganze zu einer Zeit, als es in Deutschland nötig war Infrastruktur, Ordnung und Wirtschaft wieder herzustellen, daher war Deutschland von der Knappheit an Gütern geprägt. Nicht nur die Vertriebenen, sondern auch die Einheimischen mussten Hungersnot und Angst ertragen.

Nachdem Herr Klösel selbst seine unterbrochene schulische Ausbildung beendet hatte, begann er eine kaufmännische Lehre in Frankfurt.

Trotz aller Hungersnöte, unmenschlichen Lebensverhältnissen und Armut beschrieb Herr Klösel seine Integration als sehr gut, nachdem die Anfangsschwierigkeiten überwunden waren. Er und seine Familie wurden von den Menschen sehr herzlich aufgenommen und die Hilfsbereitschaft und Kreativität dieser Menschen blieb ihm bis heute in reger Erinnerung.

(Zusammenfassung: Angelika Madeja, Christopher Kappes)

Schülerumfrage zum Zeitzeugengespräch (GK13/EUL)



Was hat euch besonders bewegt?

- "Das Zeitzeugengespräch hat die Dramatik der Vertreibung verdeutlicht. Durch die bildhafte Erzählung war ich sehr ergriffen und wurde zum Nachdenken über den heutigen Wohlstand, der als selbstverständlich gilt, angeregt."


- "Der persönliche und lokale Bezug war für mich sehr spannend, er wirft ein anderes Licht auf die Heimatstadt, das man so in keinem Buch findet."


- "Ich konnte das Schicksal von Herrn Klösels Familie gut nachempfinden, obwohl Grausamkeiten nicht genau ausgesprochen, sondern nur angedeutet wurden, konnte man sich alles genau vorstellen ."


- "Dass die Deutschen ein "N" für Němeč an der Kleidung tragen mussten, erinnert mich sehr an die Judenverfolgung. Auch der Transport in sog. Lager geht in diese Richtung. Ein Vergleich wäre angebracht, wird aber von Schulbüchern scheinbar nicht suggeriert."

Meinungen zur Unterrichtsstunde
Beispiele
- "Persönliche Erlebnisse machen die Geschichte lebendig und gut nachvollziehbar. Die Erzählungen haben die Aufmerksamkeit von allen Schülern gefesselt. "


- "Ich finde, dass man anhand von Einzelschicksalen viel besser versteht, wie es den Menschen damals erging, als anhand von allgemeinen Informationn aus dem Schulbuch, da man sich so viel besser in die Menschen hineinversetzen kann."


-"Ich habe ganz neue Einblicke in die Geschichte gewonnen."


-"Ich finde, dass durch die bildhafte Erzählweise des Zeitzeugen eine tolle Atmosphäre während der Stunde geschaffen wurde, wobei man wichtige und spannende Informationen bekam, die man sonst in Filmen oder Büchern nicht findet. "

Fazit der Schüler
Ein Zeitzeugenbesuch sollte in Zukunft regelmäßig in der Oberstufe durchgeführt werden.

Der Besuch von Herrn Klösel war sehr interessant und informativ zugleich. Solch eine Unterrichtsmethode, d.h. die direkte Begegnung, sollte öfter angewandt werden, da sie unser Interesse weckt.

Angelika Madeja, Christopher Kappes, GK 13 EUL/STI Webteam, 12.11.2009