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Nach
dem Studium arm wie Kirchenmaus?
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Dreieichschule
Gymnasium des Kreises Offenbach
Goethestr. 6, 63225 Langen
Tel: 06103-303390
Fax: 06103-3033911
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Preisfrage! Was haben Rosinen, Haselnüsse oder Mandeln mit der
hessischen Landesregierung gemeinsam? Keine Idee...........?

Mal
ein kleiner Tipp vorab. Die oben genannten Früchte sind unter
anderem auch als „Studentenfutter“ bekannt. Der Name leitet
sich einerseits von der angeblich intelligenzfördernden Wirkung,
andererseits wegen ihrer vielfachen, günstigen Nutzung ab. Und
damit kommen wir der Sache schon näher. Denn wer kennt als Hochschulgänger
nicht dieses Dilemma: Das Abitur sicher in der Tasche und beste
Aussichten, nach dem Studium einen Arbeitsplatz zu finden, allerdings
mit fast Mitte Zwanzig immer noch kein „richtiges“ Geld
verdient und finanziell abhängig.
Und genau an diesem Punkt kommt
die Landesregierung unter Ministerpräsident Roland Koch ins Spiel.
Mit dem Ende unseres Ratespiels sind wir auch beim Thema angelangt:
Die längst beschlossenen
Studiengebühren in Hessen.
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Schon geraume Zeit vor der Verabschiedung
des umstrittenen Gesetzesentwurfes...
(Im Bild: Robert P., Autor dieses Artikels)
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... im Oktober 2006 durch den Landtag mit CDU-Mehrheit
, das ab kommenden Winter ein generelles gebührenpflichtiges
Studium vorsieht, gingen Hessens Studenten und Schüler auf die
Barrikaden. Und ein Ende des Widerstandes ist nicht Sicht.
Schon werden fleißig Unterschriften gesammelt (mindestens 43300
sind notwendig), um Klage beim Staatsgerichtshof einzureichen,
da die Beiträge gegen die Verfassung verstoßen würden.
Doch fangen wir erst mal ganz von vorne an. Was versteht man
denn nun unter „Studiengebühren“?
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Dazu ein paar Fakten: |

Laut Gesetz kostet jedes Semester eines Hochschulstudiums
ab Winter 2007 in Hessen mindestens 500 Euro, maximal 1500
Euro. Weil allgemein bekannt ist, dass nicht alle Studenten dieses
Geld im Sparschwein haben, bietet das Land die Finanzierung
aus einem Darlehen mit höchstens 7,5 Prozent Zinsen an, für
jene mit Bafög-Anspruch (staatliche Unterstützung)
ist es zinslos.
Die Gesamtschulden dürfen 15000 Euro nicht überschreiten.
Darüber hinaus sind eine Reihe von Ausnahmefällen im
Gesetz verankert, die teilweise oder vollständig von den
Beiträgen befreien. Verantworten die Hochschulen zum Beispiel
eine Verzögerung des Studiums, so ist für den gleichen
zeitlichen Umfang keine Gebühr zu entrichten.
Zehn Prozent
aller Studenten mit besonders guter Leistung sind von Zahlungen
freigestellt, ebenso Eltern mit einem Kind unter 14 Jahren. Das
Gleiche gilt bei Behinderungen. Wer 25 Jahre nach seinem Studium
noch immer nicht zur Rückzahlung in der Lage ist, dem sollen
die Schulden erlassen werden. Der Verdienst des ehemaligen
Absolventen muss dann mindestens 1260 Euro netto im Monat betragen.
Und nun stellt sich die Gretchenfrage: Ist das denn alles
wirklich notwendig?
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Immerhin, ... |

...ein Anfang ist gemacht. Die jährlich
geschätzten
Einnahmen von 120 bis 130 Millionen Euro sollen einzig und allein
den Universitäten zu Gute kommen, um die Qualität von Studium
und Lehre zu verbessern. Im Detail sollen sie die Studienzeit
verkürzen
und für eine bessere Betreuung sorgen.
Außerdem, so der
einhellige Tenor der Fürsprecher, decke die Campus-Maut gar nicht
die Gesamtkosten. Das Land würde also immer noch drauf zahlen.
Und es sei noch einmal gesagt: Deutschland ist bislang eines
der ganz wenigen Länder, in dem ein Studium völlig kostenlos
ist, im Gegensatz zu anderen Staaten (z.B. die USA). Man geht
also mit der Zeit.
zur Fortsetzung

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Laura Pfannemüller, Abiturjahrgang
2004 an der Dreieichschule und Studentin an der Universität in
Mannheim, vertritt folgende Position: |

Der Artikel zu den Studiengebühren
"Nach dem Studium arm wie Kirchenmaus?" lässt
keinen Zweifel an der politischen Richtung zu, die positiven
Aspekte von Studiengebühren
werden überhaupt nicht erwähnt, es wird ja förmlich
dazu aufgerufen, irgendetwas zu unterschreiben, ohne das Thema
Studiengebühren
vorher adäquat zu präsentieren.
Ich als Studentin der Universität
Mannheim (die sowieso schon privilegiert ist durch exorbitante
Spenden) zahle gerne 500€, wenn danach Veranstaltungen in einer
der Teilnehmerzahl angemessenen Raumgröße abgehalten werden
(jeder, der schon einmal auf dem Boden sitzen musste, weiß,
worüber ich
spreche) und ich bei meinem nächsten Anliegen im Studienbüro
nicht wieder 45 Minuten warten muss.
Des Weiteren wird in diesem Artikel die in unserem Land immer noch
weit verbreitete Erwartungshaltung an einen allumsorgenden
Staat vertreten, von der wir uns meines Erachtens in Zeiten von Globalisierung
und demographischem Wandel nach und nach verabschieden müssen.
Es wird nicht auf ewig möglich sein, dieses System in seiner
jetzigen Form aufrechtzuerhalten, ohne einzelne gesellschaftliche
Gruppen einer Mehrbelastung auszusetzen.
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Aber die Zweifel bleiben... |

...,
denn überall gilt: Wer zahlt,
darf auch Leistung erwarten. Doch gerade in diesem Punkt mehren
sich bei den Gegnern die Befürchtungen, dass sich gar nichts ändert
und alles beim Alten bleibt. Eine Garantie, die ausreichend
Plätze
an den Universitäten und Prüfer für die Abschlussexamen
verspricht, gibt es auch mit der Studiengebühr nicht. Das Gesetz
grenzt zudem sozial schwächere Schichten aus. Wer seine Beiträge
nicht sofort begleichen kann, muss wegen der Verzinsung sogar
mehr Studiengebühren zahlen.
Am Ende seines Studiums startet
man mit einem nicht unerheblichen Schuldenberg ins Leben, der
noch bis in die Phase der Existenzgründung reichen wird. Dieser
Vorwurf erinnert ein wenig an das Europa des 17. und 18. Jahrhunderts.
Auch damals war Bildung nur den Reichen vorbehalten. Und in
den Reihen der Kritiker nähren sich sogar schon leise Gerüchte,
die behaupten, dass in ein paar Jahren trotz anderslautender
Aussagen ein Teil der Einnahmen im Staatshaushalt verschwinden
wird.
Egal, ob man ein Anhänger oder ein Gegner der Studiengebühr
ist, ihr Sinn und ihre Notwendigkeit sollten auf jeden Fall kontrovers
diskutiert werden. Sie ist nämlich richtungsweisend für
die Zukunft unseres Landes. Dennoch kann niemand mit genauer Bestimmtheit
sagen, welche Folgen ein beitragspflichtiges Studium für die
Studenten in Deutschland haben wird. Doch gerade weil das niemand
wirklich weiß, möchte man es nicht erst herausfinden müssen.
Von daher ist es einen Versuch wert, sich gegen die Studiengebühr
zu erheben. Schaden kann es zumindest nicht. Aber maßvoll bitte!
Und sollte der Staat doch ab nächsten Winter zur Kasse bitten,
so hilft den enttäuschten Studenten vielleicht dieses Zitat
von Rupert Schützenbach zu der Erkenntnis: „Gesetze dienen
zur Durchsetzung des Rechts, aber nicht von Gerechtigkeit.“ Und
die Rosinen und Haselnüsse bleiben ihnen ja auch noch.
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Frankfurter Rundschau vom 17.1.2006
(Auszug)
Mit
Plastikenten gegen Studiengebühren
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Die Frankfurter Asta-Vertreter sammeln auf
der Zeil Unterschriften für eine Verfassungsklage vor dem Hessischen
Staatsgerichtshof
Sie stehen in Fußgängerzonen oder vor der Mensa. Sie sprechen Kommilitonen
an, aber auch Rentner. Die Gegner der in Hessen geplanten Studiengebühren
sammeln Unterschriften für eine Verfassungsklage. 10 000 Signaturen haben
sie schon zusammen, doch noch immer fehlen 33 000.
Frankfurt ·
Auf dem langen Tapeziertisch stehen Dutzende von gelben Plastikenten
herum. Die Viecher sind so etwas wie die Maskottchen der Studentenproteste geworden.
Auf die Enten aufgedruckt ist ein Paragrafenzeichen. Symbol dafür, dass
der Widerstand gegen Studiengebühren mittlerweile auch auf juristischer
Ebene ausgetragen wird. Mike Josef und Moon Matin vom Asta der Frankfurter Goethe-Universität
stehen an diesem windigen Wintertag in der Nähe der Zeilgalerie und bitten
Passanten um Unterschriften. Wer seine Signatur unter das Formular setzt, tut
damit kund: Ich unterstütze eine Verfassungsklage, in der die Richter die
Rechtmäßigkeit von Studiengebühren überprüfen.....
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Webteam, 16.1. + 17.1.2007 |
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